Link verschicken   Drucken
 

Genossen bringen Solarstromanlage ans Netz

Umwelt Familie aus Strüth stellt Dach zur Verfügung – Energiegenossenschaft Oberes Mühlbachtal sucht weitere Anteilseigner

 

Strüth. Die Energiegenossenschaft Oberes Mühlbachtal (kurz EGOM) ist ihrem Ziel in dieser Woche ein Stückchen nähergekommen: Mit ihrer ersten Fotovoltaikanlage, die in Strüth ans Netz gegangen ist, leistet sie nun selbst einen Beitrag zum Ausbau regenerativer Energie.

Sascha Pfaffenberger, Gründungsmitglied der Genossenschaft, hat das Dach seiner Scheune für die Solarpaneelen zur Verfügung gestellt. 33 sind es an der Zahl, die im Jahr voraussichtlich 9000 Kilowattstunden Strom liefern sollen. Zum Vergleich: „Wir brauchen 3800 bis 4000 Kilowatt für die ganze Familie“, sagt Pfaffenberger. Fünf Personen leben in seinem Haushalt. Etwa die Hälfte des Bedarfs könnte künftig über die Anlage auf seinem Dach gedeckt werden, denkt er.

Fast ein Jahr lang besteht die Energiegenossenschaft nun schon. Im Februar 2016 ist sie gegründet worden. Die Energiepioniere, die vor allem aus Strüth und der näheren Umgebung stammen, haben sich inzwischen Mitstreiter gesucht. Etwa 60 Mitglieder hat die EGOM derzeit. Nicht nur Privatpersonen gehören dazu, sondern auch die Ortsgemeinden Strüth, Weidenbach, Welterod und Diethardt. Weitere Anteilseigner seien willkommen, sagt Vorstandsmitglied Thomas Schwab: „Wir haben die ganze Verbandsgemeinde im Blick.“ Wer der Genossenschaft beitreten will, muss mindestens drei Anteile à 100 Euro erwerben.

PV Anlage geht ans Netz

Die nun in Betrieb genommene Anlage – zu einem Nettopreis von 13 500 Euro – konnte komplett aus den eingezahlten Mitgliedsanteilen bezahlt werden, erklärt Schwab. Zwei weitere Anlagen sollen in diesem Jahr dazukommen. Finanziert, installiert und betrieben werden sie von der Energiegenossenschaft. Diese ist allerdings auf der Suche nach Interessenten, die das Dach ihres Hauses zur Verfügung stellen wollen.

„Es sind noch etliche Dächer im Gespräch“, sagt Sascha Pfaffenberger. Allerdings müsse zuerst geprüft werden, ob sich deren Ausrichtung auch für eine Solaranlage eignet. Ist ein Dach auserwählt, wird ein Nutzungsvertrag zwischen dem Hausbesitzer und EGOM abgeschlossen. Darin ist auch der Bezugspreis für den Strom vom eigenen Dach festgehalten: 25 Cent kostet dieser pro Kilowattstunde. Überschüssiger Strom wird von der Genossenschaft ins öffentliche Stromnetz eingespeist und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.